Museum 2.0: ein Nutzererlebnis, um Besucher anzulocken

Trotz einer immer größeren Anzahl und immer moderneren Ausstellungen haben die Museen von Paris zu kämpfen, um ihre Besucherzahlen zu halten. Zu den Ursachen zählen unter anderem die Terroranschläge von 2015, die zu einem deutlichen Rückgang der Touristenzahlen geführt haben, sowie ein Wandel der gesellschaftlichen Normen, durch den viele Menschen rein kulturelle Räume, in denen 4G nur schwer zu empfangen und Stille erwünscht ist, als „langweilig“ empfinden. Museen müssen sich mehr als je zuvor in das digitale Zeitalter bewegen, um zu den Räumen zum Teilen und für Interaktion zu werden, die ihre Besucher erwarten.

 Tribune de Duc Phan, publiée en premier lieu le 16/07/2018 dans Les Echos

Museen verlieren an Boden

65 % aller Besucher des Musée d’Orsay kommen von außerhalb Frankreichs. Der Wert ist fast so hoch wie der des Louvre, der die höchste Beliebtheit unter den Touristen genießt (70 %). Nach einer beispiellosen Wirtschaftskrise und Terroranschlägen, die die Welt erschüttert haben, verlieren diese einst florierenden Museen an Boden. Die jährlichen Besucherzahlen des Musée d’Orsay sind im Vergleich zu 2015 um 13 % gesunken. Der Louvre hatte 2016 insgesamt 7,3 Millionen Besucher – eine Zahl, die weit entfernt ist von der symbolischen Schwelle von 10 Millionen Besuchern, die das Museum vor den Anschlägen regelmäßig erreichte und sogar übertraf. Es ist eine wirtschaftliche Herausforderung für diese Einrichtungen, denn diese Besucherrückgänge führen zu hohen Verlusten bei den Einnahmen, die für ihre Geschäftsmodelle überlebenswichtig sind.

Gleichzeitig können diese Rückgänge der Besucherzahlen auch mit einem zunehmenden Verlust an Attraktivität erklärt werden. Das liegt zum Teil an den neuen, digital orientierten Gewohnheiten der Millennials, die mit dem „altmodischen“ Stil der meisten Museen, in denen Stille vorherrscht und keine Konnektivität vorhanden ist, nicht kompatibel sind. Zwar wurden Maßnahmen – wie nächtliche Öffnungszeiten und eine spezielle Preisgestaltung – unternommen, um den Bedürfnissen dieser jüngeren Generation besser gerecht zu werden, doch haben diese Maßnahmen nicht dazu geführt, diese Gruppe, die auf der Suche nach Erlebnissen ist und diese teilen möchte, für sich zu gewinnen. Dies sind zwei Aspekte der heutigen Zeit, die eine gute Internetverbindung erforderlich machen.

 Expériences sur mesure dans les Musées

WLAN: Erlebnisse schaffen, um die Attraktivität von Museen zu steigern

Museen kämpfen um die Generation Y. Um ihr Image aufzupolieren und auf die Erwartungen neuer Besucher zu reagieren, müssen sie digital werden. Diese Technologie bringt Attraktivität und schafft Bindung und wird von den jungen (und auch von den nicht mehr ganz so jungen) Menschen stark nachgefragt.

Museen können zu Erlebnissen wie Virtual und Augmented Reality, interaktiven Formaten sowie Online- und Echtzeit-Quiz und -Gewinnspielen übergehen. Der öffentliche Zugang zu WLAN ist ein absolutes Muss.

Tatsächlich können sich Museen durch das Bereitstellen einer guten Internetverbindung als Gestalter von Erlebnissen neu erfinden und individuelle, personalisierte Besuche schaffen, die sich vollkommen von den Gruppenbesichtigungen der Vergangenheit unterscheiden. Heutzutage kann ein Smartphone als Audioguide dienen, Informationen können individualisiert werden und Erlebnisse können geteilt werden. Deshalb müssen sich Museen an diesen Paradigmawechsel anpassen. Bemerkenswerterweise ist das genau das, was das Salvador-Dalí-Museum in St. Petersburg, Florida, versucht hat. Dieses Museum hat ein Virtual-Reality-Erlebnis geschaffen, mit dem die Besucher über 3D-Bilder in die ausgestellten Werke eintauchen.

Museen öffnet das Schaffen eines exklusiven Erlebnisses die Tür zum notwendigen Erfassen von Nutzerdaten. Tatsächlich müssen Museen ihre Besucher kennen, um sie richtig ansprechen zu können! Das heißt, dass Museen Nutzen aus den Daten ziehen müssen, die sie aus der Anmeldeseite des WLAN-Netzes ziehen. Unter dem Vorwand, einen erheblichen Mehrwert anzubieten, werden Museen im Endeffekt Daten sammeln, um ihre Besucher vor Ort anzusprechen und ihre Treue zu gewinnen.

Der Rückgang bei den Besucherzahlen von Museen muss diese historischen Einrichtungen dazu bringen, ihren digitalen Wandel einzuleiten. Der Vorteil dieses Wandels ist die Möglichkeit, Besucher anzuziehen, die auf der Suche nach Modernem und nach Erlebnissen sind. Virtual Reality, geführte Touren per Smartphone und individualisierte Erlebnisse, die gemäß den Präferenzen von Besuchern geschaffen werden, sind allesamt Beispiele für Beschäftigungen, die den Besucher zu einem Akteur machen und ihm ein unvergessliches Erlebnis bereiten.

 

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